AGRAR
LANS

Der Lanser Wald erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 400 ha von der Poltenhütte bis zum Lanser Kreuz (Schlögelstange oberhalb von Poscheben). Jährlich werden knapp 2.900 Festmeter Holz geerntet.
Zu den jährlich wiederkehrenden Arbeiten im Lanser Wald gehören neben den Schlägerungen und dem Verkauf von Nutz- und Brennholz das Setzen von ca. 10.000 Jungpflanzen, die manuell-mechanische („voll-biologische“) Unkrautbekämpfung dort, wo die jüngsten Bäumchen wachsen, das Erkennen und die schnelle Schlägerung von Schadholz (speziell Borkenkäferbefall, wobei hier Lans am wenigsten betroffen ist von den Umlandgemeinden) sowie die Dickungspflege und Durchforstungen (Maßnahmen, die einen gesunden Wald und nachhaltigen Ertrag sichern).
TÄTIGKEITEN 2018–2019
Genehmigung und Inbetriebnahme der Bodenaushubdeponie am Paschberg
Am Standort der ehemaligen Schottergrube wurde über viele Jahrzehnte Schotter und Sand in kleinen Mengen abgebaut. Nunmehr wird mit ökologisch unbedenklichem Bodenaushub die ursprüngliche Geländeform hergestellt und mit standortgerechten Pflanzen bewaldet. Die Bodenaushubdeponie wurde rechtzeitig vor Baubeginn der Drehscheibe Lans (Schule, Kindergarten und -krippe etc.) behördlich genehmigt. Damit hatte die Gemeinde Lans eine kostengünstige Möglichkeit für die Ablagerung des Aushubs, auch weil dadurch lange Transporte anderen Bodenaushubdeponien wegfielen. Der erste Abschnitt ist fast vollständig befüllt und wird nächstes Jahr bereits aufgeforstet.
Erweiterung der Weidefläche auf der Lanser Aste
Ein Teil der ehemaligen Weidefläche der Lanser Aste war im Laufe der Jahre zu Wald geworden. Um ausreichend Weidemöglichkeiten zu schaffen, wurde dieser Teil der Aste gerodet und wieder zu einer ansprechenden und produktiven Weide umgewandelt. Gleichzeitig wurden in Abstimmung mit Naturschutz- und Forstbehörden Verbesserungsmaßnahmen im Wald im Einzugsbereich des Ramsbach gesetzt.
Gesetzliche Prüfung zum Zweck der Feststellung, ob finanzielle Ansprüche der Gemeinde an die Mitglieder der Agrargemeinschaft bestehen
Das ursprüngliche Tiroler Flurverfassungslandesgesetz (TFLG) musste durch einen Beschluss des Verfassungsgerichtshofes geändert werden. Dabei wurden die Zeiträume, über welche die Gemeinden potentielle Ansprüche auf Nachforderungen von Mitgliedern der Agrargemeinschaften zu prüfen haben, deutlich in die Vergangenheit erweitert (bis Beginn 1998). Die dabei vom Substanzverwalter durchzuführende Prüfung hat ergeben, dass die Agrargemeinschaft Lans im fraglichen Zeitraum Vermögen eingebracht und dieses vermehrt hat. Damit sind keine Rückforderungen zu stellen, wie es auch der Gemeinderat in seiner Sitzung am 19. August 2019 auf Basis dieses Berichts beschlossen hat, und damit ist auch nach der Novellierung des TFLG dieses Thema nunmehr endgültig abgeschlossen.
Vertragliche Regelung von Holzbezug und Waldweide
Die nutzungsberechtigten Bauern in Lans haben unter anderem auch Rechte auf Weidehaltung ihres Viehs im Lanser Wald. Diese Bewirtschaftungsform ist unzeitgemäß und schadet dem Wald. Deshalb hat die Gemeindegutsagrargemeinschaft Lans allen Bauern eine vertragliche Regelung angeboten, bei der im Gegenzug für den Verzicht auf die Ausübung dieses Rechtes eine (auf den sog. „historischen Hiebsatz“ begrenzte) Menge an Holz auf 20 Jahre garantiert wird. Das ist gut für den Wald, bringt mehr Ertrag, und bringt gleichzeitig wirtschaftliche Planungssicherheit für Bauern.
Großflächige Durchforstung Paschberg-Poltenhütte
So wie vor einigen Jahren im Bereich unterhalb der Lamplskehre (Almweg) wurde heuer am Paschberg eine großflächige Durchforstung in einem Teil des Lanser Waldes durchgeführt, die – wie in auch auf vielen anderen Flächen – seit langem notwendig war. Dabei wird der Baumbestand ausgedünnt, um den verbleibenden stärkeren Bäumen ein besseres Wachstum zu ermöglichen und damit auch den Bestand insgesamt zu stabilisieren. Derartige Arbeiten sind in größerem Ausmaß auch für den Herbst und die nächsten Jahre geplant, weil hier ein deutlicher Aufholbedarf besteht.
KLIMAFITTER WALD
Der Wald wird durch den Klimawandel zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Auch die schon stattgefundene Erwärmung des Tiroler Klimas um deutlich über einem Grad Celsius über die letzten 20 Jahre sowie die ausgeprägteren Extremwetterlagen (anhaltende Trockenperioden wechseln ab mit Starkniederschlägen) beeinflussen unsere Wälder. Dazu kommt, dass in den Mittelgebirgswäldern über die letzten hundertfünfzig Jahre das Nadelholz, und hier insbesondere die Fichte, stark und bevorzugt gepflanzt wurde, weil es wirtschaftlich vorteilhaft war. Ohne menschlichen Einfluss wären die Wälder in den Mittelgebirgslagen hauptsächlich Laubwälder geblieben.
Speziell für die Fichte in niedrigen Lagen bedeutet der Klimawandel zusätzlichen Stress, was eine Schwächung nicht nur von einzelnen Bäumen, sondern von großen Waldflächen bedeutet. Dazu kommt, dass gestresste Bäume nicht nur anfälliger sind für Schädlinge wie bspw. den Borkenkäfer, sondern dass auch der Druck durch diese Schädlinge durch die wärmeren Temperaturen markant angestiegen ist. Und zwar nicht um ein paar Prozent, sondern um einen Faktor von 40 bis 100; also vierzig- bis hundertmal so viele Borkenkäfer wie vor etwa 20 Jahren.
Hier besteht das Risiko, dass es zu einem ökologischen Ungleichgewicht kommt, wobei das System Wald vollkommen zusammenbrechen kann. Die Folge wären große Schäden sowohl wirtschaftlicher als auch landschaftlicher Natur (z.B. Erosion, Kahlflächen, Bewuchs mit eingeschleppten Schadpflanzen) auftreten.
Die Herausforderung für ein nachhaltiges Waldmanagement besteht also darin, einerseits den Wald über die nächsten Jahre so zu verjüngen, dass wieder deutlich mehr standortgerechte und dadurch auch resistentere Baumarten gepflanzt werden und gleichzeitig auch für die zukünftigen Generationen nutzbares, werthaltiges Holz zur Verfügung steht. Nutzholz, das ein Teil des wirtschaftlichen Überlebens unserer Bauern als Nutzungsberechtigte ist und immer war, und das darüber hinaus für die Gemeinde zur Verfügung steht, um die notwendigen Pflegemaßnahmen und Arbeiten durchzuführen, die den Wald gesund erhalten, damit er seine Erholungs- und Wohlfahrtsfunktion für uns alle erfüllen kann.
So wie in allen Bereichen des Lanser Wirtschaftswaldes wird also auch für das Projekt „klimafitter Wald“ eine nachhaltige Bewirtschaftung betrieben. Dazu gehört das kleinräumige Schlägern von Bäumen, die ein gewisses Alter erreicht haben, um die Verjüngung des Waldes zu gewährleisten. Diese Bäume befinden sich in einem späten Abschnitt ihres langen Lebens und sind bei der Ernte im Durchschnitt zwischen 80 und 120 Jahre alt. Gerade an vielbegangenen Wegen oder Plätzen bekommen wir immer wieder Fragen, ob solche Schlägerungen sein müssen und dass es doch „schade“ wäre, diese schönen Bäume zu entfernen. Diese Wirtschaftsweise wird allerdings in Tirol seit Jahrhunderten so betrieben. Wie schon weiter oben erwähnt, werden Bäume entnommen, solange sie noch nicht von Schädlingen befallen sind oder morsch werden, das Holz wird verkauft und die Verjüngung des Waldes gewährleistet. So kann der Wald insgesamt in einem „guten Alter“ und einem stabilen Zustand weiterbestehen, damit auch nachfolgende Generationen den vielfältigen Nutzen unserer Wälder genießen können.

VORGEHENSWEISE KLIMAFITTER WALD

Der Lanser Kopf und einige weitere Standorte im Lanser Wald Richtung Vill wurden aus folgenden Gründen für eine erste intensive Umsetzung des Projektes „Klimafitter Wald“ ausgewählt.
> Die Standorte weisen nährstoffarme Böden aus, die für Fichten einen zusätzlichen Stressfaktor darstellen
> Der Baumbestand ist alt, geschwächt und speziell am Lanser Kopf schon stark von Schädlingen befallen
Wie funktioniert das Projekt „klimafitter Wald“ in Lans?
> Die Gemeindegutsagrargemeinschaft Lans ist Initiator und verantwortlich für die Umsetzung.
> Fachlicher Input wird eingebracht von Bezirksforstinspektion Steinach (Chr. Rehrl), Waldaufsicht Lans (G. Kinzner) und Landesforstinspektion Innsbruck (Di K. Ziegner, Dr. A. Simon).
> Eine Gruppe von in Ausbildung stehenden Waldaufsehern der land- und forstwirtschaftlichen Fachschule Rotholz übernimmt die Detailplanung und das Setzen der Jungpflanzen.
> Die notwendigen Schlägerungen und das Herrichten der Aufforstungsfläche werden von drei Profis aus Lans durchgeführt (K. Stolz, J. Stöckl, H. Riedl).
Was wird gemacht?
> Die alten Bäume werden geschlägert. Mit dem Holzverkauf wird das Projekt finanziert.
> Von den Fachleuten wurden in einer gemeinsamen Begehung die am besten für die jeweiligen Standorte geeigneten Laubholzarten bestimmt. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Bergahorn und Stieleiche.
> Diese werden nach neuesten waldbaulichen Erkenntnissen in Gruppen gepflanzt und vor Schäden durch Wild und Menschen nach bestem Ermessen geschützt.
> Dazu gehört auch das Aufstellen von Informationstafeln, damit Spaziergänger und Wanderer verstehen, was getan wird und warum.
> Die Pflege, damit die jungen Pflanzen ihre ersten Jahre gut überstehen und gedeihen (Schutz, Freihalten vor Überwucherungen etc.), übernimmt wieder die Gemeindegutsagrargemeinschaft Lans mit ihren Waldprofis.

ANSPRECHPARTNER

DI Hannes Partl
Substanzverwalter Agrargemeinschaft
+43 512 377378 207
– Waldbewirtschaftung
– Koordination mit den Nutzungsberechtigten
– Finanzgebahrung
Georg Kinzner
Waldaufseher Lans, Aldrans
+43 664 1981294
– Wildbachaufsicht
– Bewertung Baumbestand
– Waldverjüngung